Am 15. und 16. Februar 2025 fand in Most das zweite jährliche Motorsport-Rettungscamp statt. Dieser umfassende Lehrgang für Rettungskräfte im Motorsport dient der Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen technischen und medizinischen Rettungskräften hinsichtlich der spezifischen Anforderungen an Einsätze in den einzelnen Motorsportdisziplinen. Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt des Most Autodroms, des Rettungssystems Autoklub Sport Rescue und des medizinischen Dienstleisters DavepoMedevac.
An der diesjährigen Veranstaltung nahmen als Beobachter Vertreter des Automobilclubs der Tschechischen Republik unter der Leitung des Generalsekretärs für Automobil- und Motorradsport, Mgr. Tomáš Kunc, sowie Vertreter ausländischer Automobilverbände aus der Slowakei und Griechenland teil.
Das Hauptthema des theoretischen Trainingsblocks am Samstagvormittag war die Analyse der außergewöhnlichen Ereignisse der Saison 2024 mit Offiziellen, die persönlich an den betroffenen Orten anwesend waren, und die daraus gewonnenen Erkenntnisse für die Arbeit der Rettungskräfte. Diese wurden anschließend anhand von Beispielen aus den genannten Ereignissen in thematischen Blöcken detailliert erörtert – von der Konstruktion von Rennfahrzeugen und deren Sicherheitsmerkmalen über die Organisation einer Sportveranstaltung bis hin zur Durchführung des Einsatzes selbst, einschließlich der Bergung der Besatzung und der Bewältigung einer traumatischen Situation.
Der Leiter des ASR-Rettungsteams, Zbyšek Zuber, hob bei dieser Gelegenheit hervor: „…die Aktivitäten der zur Unterstützung bei den oben genannten Notfällen entsandten Einsatzkräfte wurden mit dem nötigen Selbstvertrauen und der erforderlichen Effizienz durchgeführt, was den positiven Einfluss des Mannschaftstrainings in früheren Motorsport-Rettungslagern deutlich widerspiegelte.“
Der Nachmittag stand ganz im Zeichen praktischer Übungen zur Fahrzeugbesatzungsbergung. Vierköpfige Teams, bestehend aus je zwei ASR-Rettungskräften und zwei DavepoMedevac-Rettungssanitätern, durchliefen nacheinander verschiedene Stationen, die unterschiedliche Motorsportdisziplinen repräsentierten. So konnten sie neue Kenntnisse erwerben und routinemäßige gemeinsame Einsatzverfahren festigen. „Die erwähnten außergewöhnlichen Ereignisse der letzten Saison haben unsere Überzeugung bestärkt, dass die Anforderungen an die Fähigkeiten unserer Teams weiter steigen werden und ihre Ausbildung dem entsprechend angepasst werden muss“, sagte David Veselý, CEO des medizinischen Dienstleisters DavepoMedevac. „Die Analyse dieser Ereignisse führte uns zu der Idee eines Einsatzes in einem breiteren Kontext. Wir haben das Szenario eines traditionellen abendlichen Trainingseinsatzes im Gelände entsprechend angepasst.“
Nach einer kurzen Pause zur Kraftauffrischung wurde der Trainingsblock am Samstag mit einer umfassenden Abendübung fortgesetzt. Rettungskräfte wurden zu einem Unfall mit einem Rennwagen auf einer Wertungsprüfung gerufen. Am Unfallort angekommen, stellten sie fest, dass das Fahrzeug auf der Seite lag und mit dem Dach gegen eine Felswand lehnte. Noch bevor die Rettungskräfte die Unfallstelle erreichten, versuchten umstehende Zuschauer, den Wagen wieder auf die Räder zu stellen. Unmittelbar danach verlor an derselben Stelle das nachfolgende Rennfahrzeug die Kontrolle und krachte in den bereits verunglückten Wagen. Die Rettungskräfte mussten zunächst die Verletzten sichten, bergen, versorgen und abtransportieren. Die Nacht, eine frisch gefallene Schneedecke auf eisiger Fahrbahn und -10 Grad Celsius erschwerten die Situation zusätzlich. Die gesamte Übung wurde von einer simulierten Leitstelle aus gesteuert, um – wie im realen Einsatz – Verstärkung anfordern zu können.
Bei der anschließenden Nachbesprechung zeigte sich der anwesende griechische Beobachter Dr. Pavlos Petridis (CMO Rally Acropolis) angenehm überrascht über die Bewältigung der anspruchsvollen Übung durch die Einsatzkräfte, und sein Kollege Philippos Papastathopoulos (Leiter der Sicherheit der Rally Acropolis) lobte ebenfalls die Koordination der Retter und Sanitäter während des Nachmittagstrainings.
Das Programm am Sonntag wurde in spezialisierte Theorie- oder Praxisblöcke unterteilt, je nach Fachgebiet der Rettungskräfte. Die ASR-Retter trainierten vor allem den Umgang mit Rettungsgeräten an liegengebliebenen Fahrzeugen, während sich die Sanitäter speziell auf das bevorstehende Rennen der WorldSBK Superbike Championship vorbereiteten und die Besonderheiten des Vorgehens bei einem Unfall mit einem Motorradfahrer übten.
Jindřich Hrneček, Sportdirektor des Autodrom Most, gab abschließend einen Ausblick auf die kommende Veranstaltung: „Um die Trainingsmöglichkeiten weiter auszubauen und die Ergebnisse der einzelnen Teams objektiv vergleichen zu können, erwägen wir die Integration eines speziellen Trainingssimulators. Dieser würde es den Rettungskräften ermöglichen, vorgegebene Szenarien unter genau definierten Bedingungen wiederholt zu üben. Wir denken außerdem bereits darüber nach, wie wir das gesamte Motorsport-Rettungsprogramm auf ein höheres, anspruchsvolleres und komplexeres Niveau heben können, um unsere Rettungskräfte weiterzuentwickeln.“ Zbyšek Zuber, Leiter des ASR-Rettungsteams, kommentierte umgehend: „Die Weiterentwicklung des Trainings stößt jedoch an die Grenzen der technischen Ausrüstung unserer Rettungsfahrzeuge, die zunehmend veraltet ist. Daher ist es notwendig, deren Ersatz und Ergänzung zu überdenken.“
Die Veranstaltung endete mit einem abschließenden Dank an die Teilnehmer und alle Partner für ihre Unterstützung, insbesondere an die teilnehmenden Rennteams bzw. die Besitzer aller geliehenen Rennmaschinen unter der Führung von Škoda Motorsport, von denen einige auch zusätzliche Rennfahrer in Ausrüstung zur Verfügung stellten.
Text und Foto: ASR Media-Team
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